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Rennradfahren im Winter ist keine Frage der Härte, sondern der richtigen Kleidung. Wer friert, fährt verkrampft und ungern. Wer zu dick angezogen ist, schwitzt im Anstieg und kühlt in der Abfahrt aus. Die Lösung ist das Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten, die jeweils eine Aufgabe übernehmen und sich an die Bedingungen anpassen lassen.
Die drei Schichten
1. Funktionsunterhemd
Die erste Lage liegt direkt auf der Haut und transportiert Schweiß nach außen. Ein Rennrad-Unterhemd aus Merino oder Kunstfaser ist die wichtigste Winterinvestition überhaupt, denn nasse Haut kühlt im Fahrtwind extrem schnell aus. Baumwolle ist tabu. Langarm-Unterhemden sind für richtig kalte Tage gedacht, ärmellose Modelle eignen sich für Herbst und Frühjahr.
2. Isolation
Die mittlere Schicht hält warm. Das kann ein langärmeliges Thermotrikot sein oder ein normales Radtrikot mit Armlingen. An sehr kalten Tagen übernimmt eine gefütterte Jacke die Aufgabe von Isolation und Wetterschutz zugleich.
3. Wetterschutz
Die äußere Lage blockiert Wind und Wasser. Je nach Wetter ist das eine Weste, eine Windjacke, eine Regenjacke oder eine Softshell-Winterjacke.
Welche Kleidung bei welcher Temperatur?
| Temperatur | Oberkörper | Beine | Extremitäten |
|---|---|---|---|
| 12–16 °C | Unterhemd, Trikot, Armlinge, Weste | kurze Hose, Knielinge | kurze Handschuhe |
| 8–12 °C | Unterhemd, Langarmtrikot, Windjacke | kurze Hose + Beinlinge oder 3/4-Hose | dünne Langfingerhandschuhe, Stirnband |
| 3–8 °C | Langarm-Unterhemd, Thermotrikot, Softshell | lange Thermohose | Winterhandschuhe, Mütze, Überschuhe |
| unter 3 °C | Langarm-Unterhemd, Winterjacke | lange Hose mit Windschutz | dicke Handschuhe, Helmmütze, Winterschuhe |
Die Werte sind Richtwerte. Kälteempfinden, Tempo und Wind verändern die Bedürfnisse stark. Eine gute Faustregel: Beim Losfahren sollte dir leicht kühl sein. Nach zehn Minuten hat der Körper Betriebstemperatur erreicht.
Hände, Füße und Kopf
Die Extremitäten kühlen zuerst aus, weil sie wenig Muskelmasse haben und voll im Wind stehen. Hier lohnt sich spezielle Ausrüstung: Winterhandschuhe mit winddichter Oberseite, Überschuhe oder richtige Winterschuhe und eine dünne Mütze unter dem Helm. Ein Schlauchschal schützt Hals und Gesicht in der Abfahrt.
Die Beine
Knie sind besonders empfindlich gegenüber Kälte. Viele Trainer empfehlen, unter etwa 15 Grad die Knie zu bedecken. Welche Lösung passt, zeigen die Seiten zur langen Radhose und zu den Radhosen-Typen.
Typische Fehler im Winter
- Zu warm anziehen: Wer beim Start schwitzt, ist nach dem ersten Anstieg nass und friert danach.
- Eine dicke statt mehrerer dünner Lagen: Eine dicke Jacke lässt sich nicht an die Situation anpassen.
- Baumwolle als erste Schicht: Sie saugt Schweiß auf und trocknet nicht.
- Keine Reserve dabei: Eine Windweste passt in jede Trikottasche und rettet die Abfahrt.