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Das Sitzpolster ist der Grund, warum eine Radhose überhaupt eine Radhose ist. Es liegt zwischen dir und dem Sattel, verteilt den Druck, verringert Reibung und leitet Feuchtigkeit ab. Welche Polster es gibt, wie sie aufgebaut sind und warum die Frage „Radhose mit oder ohne Unterhose“ eine klare Antwort hat, erfährst du hier.
Wie ein Sitzpolster aufgebaut ist
Moderne Sitzpolster bestehen aus mehreren Schichten:
- Deckstoff: eine glatte, oft antibakteriell ausgerüstete Mikrofaser, die direkt auf der Haut liegt.
- Schaumlagen: ein oder mehrere Schaumstoffe mit unterschiedlicher Dichte. Unter den Sitzknochen ist das Polster fester und dicker, an den Rändern dünn und flexibel.
- Kanäle und Perforation: Aussparungen, durch die Luft zirkulieren und Feuchtigkeit entweichen kann.
Der Übergang vom Polster zum Hosenstoff sollte fließend sein, damit keine Kante an den Oberschenkeln scheuert. Gute Polster sind in einem Stück geformt, einfache bestehen aus zusammengenähten Teilen.
Dick ist nicht gleich bequem
Ein häufiger Fehler beim Kauf: Das dickste Polster wirkt im Laden am bequemsten. Auf dem Rad drückt zu viel Material aber zwischen die Beine, staut Wärme und verrutscht. Entscheidend ist die Dichte, nicht die Dicke. Ein dünneres Polster mit festem Schaum trägt die Sitzknochen oft besser als ein weiches, dickes. Welche Dicke passt, hängt auch vom Sattel ab: Auf einem gepolsterten Sattel reicht ein dünneres Pad, auf einem harten Carbonsattel darf es mehr sein.
Radhose mit oder ohne Unterhose?
Die Antwort ist eindeutig: ohne. Das Sitzpolster ist dafür gemacht, direkt auf der Haut zu liegen. Eine Unterhose darunter bringt gleich mehrere Probleme mit sich:
- Die Nähte der Unterhose liegen genau dort, wo Druck und Reibung am größten sind.
- Baumwolle saugt Schweiß auf und hält ihn auf der Haut, statt ihn nach außen zu leiten.
- Die zusätzliche Lage kann verrutschen und Falten werfen, was Scheuerstellen verursacht.
- Die antibakterielle Wirkung des Polsterstoffs kann nicht greifen.
Wer sich mit dem Gedanken unwohl fühlt, kann spezielle Radunterhosen mit dünnem, integriertem Polster tragen – etwa unter einer weiten MTB-Shorts oder im Alltag. Unter einer normalen Radhose mit Polster hat aber auch eine Radunterhose nichts verloren.
Sitzcreme: sinnvoll oder überflüssig?
Sitzcreme reduziert die Reibung zwischen Haut und Polster. Auf kurzen Runden ist sie meist unnötig, auf langen Touren, bei Hitze oder bei Neigung zu Hautreizungen kann sie helfen. Aufgetragen wird sie auf die Haut, nicht großflächig auf das Polster. Wichtig: Sitzcreme ersetzt keine passende Radhose und keinen passenden Sattel.
Pflege des Sitzpolsters
Ein Polster, das nach jeder Fahrt gewaschen wird, hält länger und bleibt hygienisch. Wasche die Hose auf links, bei 30 bis 40 Grad und ohne Weichspüler. Trockne sie an der Luft, nicht auf der Heizung und nicht im Trockner – Hitze lässt den Schaum verhärten. Mehr Tipps im Ratgeber Radbekleidung pflegen.
Wann ist ein Sitzpolster verschlissen?
Ein Polster verliert mit der Zeit an Rückstellkraft. Wenn du nach kurzer Zeit die Sattelnase spürst, sich das Polster flach und hart anfühlt oder neue Scheuerstellen auftreten, ist es Zeit für eine neue Hose. Wie du die passende findest, steht in der Radhosen-Kaufberatung.